Michail Iwanowitsch Tschigorin (auch Mikhail Iwanowitsch Chigorin) (1850 - 1908), spielstärkster Repräsentant des russischen Schachs und Hauptvertreter der Russischen Schachschule, Weltmeisterherausforderer von 1889 und 1892.
Tschigorin wurde am 12.11.1850 in Gatschina geboren und erlernte das Schachspiel erst mit 16 Jahren. Sieben Jahre später begann er sich ernsthaft mit dem Spiel auseinander zu setzen.
Zu seiner Zeit gab es nur wenige Klubs in Russland. Durch seine Vorträge und Veröffentlichungen tat er viel für die Verbreitung und Popularisierung des Spiels. Er war aktiver Agitator des Schachs im vorrevolutionären Russland und Redakteur der ersten russischen Schachzeitung "Schachmatny listok".
Seine Lehrjahre verbrachte er im "Cafe Dominika" in St. Petersburg. Die Erfolge von Tschigorin traten kurz darauf ein, nachdem er von Simon Winawer gefördert wurde und später selbst mit eigener Intensität auf das Schachspiel konzentrierte.
1881 beteiligte er sich zum ersten Mal an einem internationalen Turnier in Berlin und teilte sich mit Winawer den dritten und vierten Preis. Zwei Jahre später erreichte er im großen Londoner Turnier den vierten Platz. 1889 teilte er sich in New York Isidor Gunsberg den ersten und zweiten Preis. Im gleichen Jahr spielte er in Havanna mit Wilhelm Steinitz um die Weltmeisterschaft in der mit 6½:10½ unterlag. 1892 spielte er nochmals in Havanna gegen Steinitz um die Weltmeisterschaft und verlor zum zweiten Mal, diesmal mit 8:10 und fünf Remisen.
In Hastings 1895 erreichte er den 2. Platz hinter Pillsbury, aber vor Weltmeister Emanuel Lasker, Siegbert Tarrasch und Steinitz.
Er selbst organisierte 1895/96 das Viermeisterturnier zu dem er die Erstplatzierten von Hastings 1895 einlud. Außer Tarrasch erschienen alle. Tschigorin spielte in diesem Turnier unter seiner Form und erreichte nur den vierten und letzten Tabellenplatz.
Am 25.01.1908 starb er in Lublin.

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