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Mit Hilfe des Schachs formte ich meinen Charakter. Das Schachspiel lehrt vor allem, objektiv zu sein. Man kann nur dann ein großer Meister werden, wenn man sich seiner Fehler und Mängel bewusst wird - ist das nicht ganz so wie im Leben? (Alexander Aljechin)

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SF Rot – SK Buchen/Walldürn

 

Am letzten Spieltag der Bezirksliga Nord Staffel II trafen mit den Schachfreunden aus Rot und dem Schachklub Buchen/Walldürn zwei potentielle Absteiger in Rot aufeinander. Die Walldürner brauchten zum Klassenerhalt mindestens ein Unentschieden, wären damit aber auf Schützenhilfe anderer Mannschaften angewiesen. Ein Sieg wiederum würde den sicheren Ligaverbleib garantieren, im Gegenzug aber Rot gefährden.

Die ersten Vorteile in der Stellung konnte sich Michael Ehrle ziemlich früh in der Begegnung sichern, da er zusätzlich zu einem Bauerngewinn noch die Rochade des Gegners verhinderte. Im weiteren Verlauf gelang es ihm allerdings nicht, die Schärfe aus der Stellung zu nehmen und musste sich eines starken Gegenangriffs erwehren. Dabei übersah er die Mattvariante und musste somit nach kaum mehr als einer Stunde Spielzeit die erste Niederlage hinnehmen.

Nicht viel besser aus Sicht der Gäste lief es für Hans Leidecker am Spitzenbrett, der in ausgeglichener Stellung einen simplen Springerzug übersah, der den Verlust eines Läufers forcierte. Dieser schnelle 2:0-Rückstand machte die Aufgabe für die Walldürner nicht gerade leichter und die ersten sahen die Hoffnung bereits schwinden, denn keine der noch laufenden Partien sah wirklich positiv aus.

Den ersten Halbpunkt erspielte sich dann Joachim Münch, der sich in einem Turm-Springer-Endspiel in der defensiven Rolle wiederfand und daher das Remisangebot seines Gegners annahm. Nach der turbulenten Anfangsphase beruhigte sich die dann Situation vorerst, was sich aber nur als die Ruhe vor dem Sturm herausstellen sollte.

Mit einem Mehrbauern befand sich Bastian Röse in einer passiven Stellung wieder und hatte dabei nur noch wenig Bedenkzeit, um die notwendigen Züge zur ersten Zeitkontrolle zu machen. Sein direkter Nachbar, Alexander  Dosch, befand sich ebenfalls in Zeitnot, hatte aber dafür seinen Gegner in große Bedrängnis gebracht und versuchte nun, seine Vorteile in einen vollen Punkt umzumünzen.

Bastian musste sich Zug um Zug seines immer aggressiver  spielenden Gegners erwehren, der aber ebenfalls in Zeitnot geriet und ein Wenig übermütig einen Turm und einen Springer opferte, um die Verteidigung zu brechen. Seine Ideen waren dabei alles andere als korrekt, was ihn nach einigen Abtauschen mit deutlich weniger Material zur Aufgabe bewegte, da Bastian den notwendigen 40. Zug mit lediglich sieben Sekunden auf der Uhr machte.

 Währenddessen musste Alexander mit ansehen, wie seine schöne Stellung mehr und mehr auseinanderbrach und seinem Gegner trotz schwindender Zeit die korrekte Fortführung der Partie gelang. Den 40. Zug führte dieser mit gerade einmal vier Sekunden restlicher Bedenkzeit aus, gewann dadurch eine weitere Stunde für den Rest der Partie und brachte seine mittlerweile erspielten Vorteile nach Hause.

Nun stand es also 3,5:1,5 aus Sicht der Gastgeber, weshalb aus den letzten drei laufenden Partien mindestens 2,5 Punkte erzielt werden mussten, um eine Chance auf den Klassenerhalt zu gewährleisten. Dies schien aber ziemlich aussichtslos, denn lediglich Markus Dosch konnte ein paar Vorteile aufweisen, wohingegen Stefan Dosch mit einer Qualität weniger arbeiten musste. Den ersten Schritt vollzog allerdings Bernhard Meixner, der sich mit seinem Gegner in einem komplett ausgeglichenen Damenendspiel auf ein Remis einigte.

Nicht viel später musste auch Markus Dosch einsehen, dass sein Endspiel nicht mehr zu gewinnen war, da er die Umwandlung eines Bauern nur noch mit einem Dauerschach verhindern konnte. Dadurch wurde die Niederlage besiegelt und der Abstieg stand fest. Stefan Dosch konnte sich aus seiner Stellung befreien und nutzte die Fehler seines Gegners zum Sieg, am Ausgang der Begegnung änderte das allerdings nichts mehr.

Da an diesem Tag mit Mosbach und Baiertal-Schatthausen die beiden anderen Abstiegskandidaten ebenfalls verloren, hätte ein Mannschaftsunentschieden bereits gereicht, um auch zur neuen Saison in der Bezirksliga spielen zu dürfen. Dass man gerade einmal vier Sekunden davon entfernt war, mussten die Gäste bei der Heimfahrt ernüchtert feststellen.

Nichtsdestotrotz zog sich Buchen/Walldürn als nominell schwächste Mannschaft der Liga achtbar aus der Affäre und wird den direkten Wiederaufstieg in Angriff nehmen.




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