Viktor Kortschnoi (auch Viktor Kortschnoj) (geb. 1931), Großmeister, Weltmeisterherausforderer von 1978 und 1981.
Kortschnoi wurde am 23.03.1931 in Leningrad geboren. Er wurde 1976 Großmeister und ist über vier Jahrzehnten einer der weltbesten Spieler gewesen. Er kehrte nach seinem Sieg beim IBM-Turnier in Amsterdam 1976 nicht wieder in seine Heimatstadt, ins damalige Leningrad, zurück, sondern beantragte in den Niederlanden politisches Asyl und ließ sich 1977 schließlich in der Schweiz nieder.
Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, erlernte mit sechs Jahren von seinem Vater die Schachregeln, beschäftigte sich aber erst gegen Ende des Zweiten Weltkrieges intensiv mit dem Spiel. Kortschnoi verfügt neben seiner Naturbegabung über einen außergewöhnlichen Kampfgeist und ist in vielerlei Hinsicht ein Phänomen. Schon 1959 gehörte er zu den besten Spielern der Welt. Vier Jahrzehnte später, also im Alter von 68 Jahren, war er auf Rang 17 der Weltrangliste zu finden. Der von Anatoli Jewgenjewitsch Karpow beanspruchte Rekord für die meisten Turniererfolge gebührt möglicherweise Kortschnoi, denn seit der 1947 in Leningrad errungenen UdSSR-Jugendmeisterschaft hat Kortschnoi über 4000 Partien gespielt und ungezählte Turnier- und Wettkampferfolge gesammelt.
Deshalb wurde er u. a. auch "Viktor der Schreckliche" oder "Wunderopa" genannt. Immer wieder qualifizierte sich Kortschnoi für Kandidatenwettkämpfe. 1978 und 1981 spielte er sogar zweimal mit Karpow um die Weltmeisterkrone unterlag aber beide Male. 1978 mit 6:5 und 1981 mit 6:2.
Kortschnoi galt als bester Verteidigungsspieler der Welt. Sein Stil lässt sich nur schwerlich in ein bekanntes Schema einordnen. Selbst mit den schwarzen Figuren spielte er "giftig". Jede Partie spielte er mit äußerster physischer und psychischer Anstrengung. Seine Schwäche lag in der schlechten Einteilung der Bedenkzeit. Aber selbst in hochgradiger Zeitnot verschärfte er oft die Partie.

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